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Brand in Lanke

Lanker Landwirt Hauser vermutet Brandstiftung

Lanke (MOZ) Einen Tag nach dem verheerenden Großbrand auf dem Lanker Landwirtschaftsbetrieb von Michael Hauser hält der Schock über das Ausmaß der Schäden unvermindert an. Landwirt Hauser spekuliert mittlerweile offen über die Ursache des Brandes. "Ich vermute Brandstiftung."

 

Pumpen das Löschwasser ab: Lanker Feuerwehrleute unterstützen Gerhard Hauser, der mit seinem Sohn den Hof bewirtschaftet.

© MOZ/Hans Still

Es ist Montagfrüh, Punkt 10 Uhr. "Gerade jetzt sind wir fertig geworden, die Wehren und das Technische Hilfswerk rücken in dieser Minute ab", konstatieren der Lanker Ortswehrführer Florian Rath und der Wandlitzer Gemeindegerätewart Alexander Engel. Die Frauen und Männer der Wehr sind sichtlich geschafft, stärken sich mit Kaffee und Brötchen, seit morgens fünf Uhr waren sie im Einsatz. Sie haben die Nachtschicht abgelöst, zu der auch die Wandlitzer Ortswehrführerin Anke Müller gehörte.

 

Unmengen Wasser wurden in mehr als 24 Stunden Brandbekämpfung mittels einer Standleitung vom Lanker Obersee auf den Bauernhof nahe der Auffahrt auf die A 11 gepumpt. Unterstützung erhielten die Wehren vom Technischen Hilfswerk: Aus Frankfurt (Oder) und Berlin Spandau waren jeweils ein Radlader zum Einsatz gekommen. "Wir hatten drei Schlauchleitungen, die Strecke war zweieinhalb Kilometer lang", berichtete Gerätewart Engel, bevor er auf die Schwierigkeiten zu sprechen kommt. "Eine Holzseitenwand des Gebäudes stand voll in Flammen. Auf der anderen Seite hatten wir alle Mühe, die Betonwand zur Silage abzukühlen, da diese logischerweise extrem heiß wurde." Sämtliche Dachplatten waren auf das Stroh gestürzt, dadurch war es für die Feuerwehrleute noch schwieriger geworden, das brennende Stroh direkt mit Wasser zu löschen. Mit den 2000 Ballen Stroh ist für Bauer Michael Hauser quasi das komplette Tierfutter für ein Jahr abgebrannt. "Das Stroh sollte bis zur nächsten Ernte reichen. Die Halle bestand Mitte November gerade ein Jahr."

Sichtlich kämpft Michael Hauser mit der Fassung. Kopfschüttelnd steht er vor der Ruine der Halle. Angekohlte Balken ragen in die Höhe, die Reste des Daches bilden abseits einen Schrotthaufen. "Die Halle war versichert, aber nicht das Stroh und die Maschinen. Das wirft uns um zwei Jahre zurück. Ich habe ein Scheiß-Gefühl dabei", presst er zwischen den Zähnen hervor. Wegen der Strohlagerung habe es keinen Strom in der Halle gegeben, und es wurden keine motorbetriebenen Maschinen dort abgestellt. Dann erinnert Hauser an den letzten Großbrand in Ruhldorf, als ebenfalls in einer Halle von Sonnabend zum Sonntag in einer Juli-Nacht 1300 Schweine verbrannten. "Das Muster ist haargenau das Gleiche - da draußen rennt möglicherweise ein Psychopath herum, der zündelt. Das ist meine Vermutung dazu", wird der leidgeplagte Landwirt deutlich.

Seitens der Polizei gibt es derzeit keine Erkenntnisse zu den Ursachen. "Die Brandstelle muss erst auskühlen, zuvor können die Brandermittler nicht arbeiten", teilt Bärbel Cotte-Weiß von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ost am Montagnachmittag mit. Und auch die Frage nach den Ergebnissen der Ruhlsdorfer Brandermittlung findet nur eine spärliche Antwort: "Das Verfahren ist bereits an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Das Ergebnis blieb offen, es konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob Brandstiftung oder ein technischer Defekt ursächlich sind."

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Veröffentlichung

Zerpenschleuse
Sa, 13. Dezember 2014

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